curated shopping für stationäre händler

Curated Shopping für stationäre Händler: Lohnt es sich?

Nachdem die Idee des Curated Shoppings im Internet bekannt geworden ist, wie zum Beispiel mit Modomoto und Outfittery, sind bereits existierende Bekleidungshändler dazu übergegangen, ebenfalls personalisiertes Einkaufen anzubieten. Auch stationäre Händler, wie Peek&Cloppenburg, Wöhrl und Mey&Edlich haben sich daran versucht, aber ihr Angebot teilweise nach einiger Zeit eingestellt oder pausiert. Lohnt sich Curated Shopping für stationäre Händler nicht?

Peek&Cloppenburg bot ab April 2015 in seinem Onlineshop Fashion ID auch eine „Stilbox“ an. Bereits im Januar 2016 haben sie das Projekt aber wieder eingestellt. Im Herbst 2015 gab es erstmals ein „Männerpaket“ von Mey&Edlich, seit Dezember 2016 macht dieses allerdings Pause. Aber warum haben die stationären Händler Probleme mit dem Curated Shopping?

Wie funktioniert Curated Shopping bei stationären Händlern?

Das Online Personal Shopping der Bekleidungshäuser funktioniert ähnlich wie das, der rein internetbasierten Anbieter. Man füllt auf der Website einen Fragebogen zu Wunschlook, Größen und persönlichen Präferenzen aus. Zudem kann man mit dem Stilberater per Telefon kommunizieren, damit dieser weitere Eindrücke gewinnen kann.

Anschließend stellt der Personal Shopping Experten dementsprechend Outfits zusammen. Diese können wahlweise, wie bei den Onlineanbietern nach Hause oder aber in eine Wunsch-Filiale geschickt werden. Dort kann der Kunde die ausgewählten Kleidungsstücke anprobieren und sich zudem auch vor Ort weiterhin beraten lassen. Doch trotz der Vorteile stellen einige stationäre Händler das Curated Shopping wieder ein.

Warum kommt das Curated Shopping bei stationären Händlern nicht so gut an?

Während Peek&Cloppenburg ihren Personal Shopping Service wieder eingestellt hat, geben andere Bekleidungshäuser, wie Mey&Edlich an, dass das Angebot nur pausiert ist und optimiert werden soll. Aber warum sind die stationären Händler beim Curated Shopping so zögerlich, während Onlinehändler wie Outfittery steigende Nutzerzahlen und Umsätze verzeichnen?

Das Problem sind die hohen Kosten. Für das Online-Angebot des Curated Shoppings muss einiges investiert werden. Beispielsweise muss die Technik dafür bereitgestellt und gepflegt werden. Dann muss der Händler auch entsprechendes Personal finden und schulen. Nicht jeder Angestellte eines Bekleidungshauses ist in der Stilberatung ausgebildet und kann sich in den Stil des Kunden hineinversetzen und danach ein komplettes Outfit zusammenstellen.

Stationäre Händler denken anders als Online Händler

Da der Service des Curated Shoppings kostenfrei ist und noch Versandkosten, die meist der Händler trägt, hinzukommen, ergibt sich für die Händler mit dem Curated Shopping kein Profit. Das ist bei den Online Anbietern kaum anders. Allerdings haben diese zunächst Wachstum und das Steigern des Bekanntheitsgrades als Ziel vor Augen, bevor sie die Profitabilität angehen.

Die meisten Bekleidungshäuser erwarten aber schneller einen Gewinn von ihren Investitionen. Da das Curated Shopping für stationäre Händler eher Verlust oder zumindest kein Profit bedeutet, geben diese das Konzept auf oder versuchen erst einmal eine kostengünstigere Variante zu entwickeln. Dahingegen sind die Online Händler geduldiger und wissen, dass es auch Amazon erst nach vielen Jahren geschafft hat Gewinn zu erwirtschaften, dafür aber nun umso mehr.

Das Curated Shopping ist also eine Investition in die (ferne) Zukunft, die nicht jeder stationäre Händler bereit ist zu tragen.

Bildquelle: Vielen Dank an Terje Sollie für das Bild (©Terje Sollie/www.pexels.com).

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