Personal Shopping in Leipzig: Erfahrungsbericht eines Mannes

Online bieten Modomoto und Outfittery Männern die Möglichkeit zum Personal Shopping. Auch diverse große Einkaufscentren in der Republik haben den Trend mittlerweile erkannt und bieten interessierten Kunden Curated Shopping und Stil-Beratung vor Ort an. – Um uns selbst ein Bild von diesen Services machen zu können, haben wir mit Dirk von Personal Shopping Vergleich das Angebot der Höfe am Brühl in Leipzig getestet.

Der 34-jährige Dirk ist ein Gelegenheitsshopper, der aufgrund von Zeitmangel und Stressvermeidung Kleidung lieber online bestellt und zu Hause anprobiert. Seinen bisherigen Stil beschreibt er als sportlich-leger, wünscht sich aber schon länger, dass seine Outfits mehr in Richtung legeres Business tendieren. Ein optimaler Kandidat für Personal Stylistin Nina Ruck, die in den Höfen am Brühl in Leipzig jeden ersten Donnerstag im Monat Curated Shopping im Einkaufszentrum anbietet.

Beim per Mail vereinbarten Termin nahm sich die Personal Shopperin zunächst eine gute halbe Stunde Zeit zum näheren Kennenlernen, um so die wichtigsten Infos zu Dirks generellen Shopping- und Kleidungsgewohnheiten in Erfahrung zu bringen.  Fragen wie „Was trägst du vorrangig?“ oder „Wo kaufst du normalerweise ein?“ bestimmten dabei das Gespräch. Nachdem auch seine Vorstellungen und Wünsche für die zukünftigen Outfits sowie für ihn absolute No-Gos geklärt waren, ging es zum Shopping in die Geschäfte.

Dirk, was hat dich bei der Shoppingtour mit Personal Stylistin Nina Ruck am meisten überrascht?

Ich dachte vorher immer, dass so eine Stilberaterin einen nur in teuere Geschäfte oder Designershops lenkt und hatte daher auch vor dem Termin ein wenig Bedenken, dass ich danach mit einem deutlich schmaleren Geldbeutel nach Hause gehe. Frau Ruck ging mit mir aber zu H&M und wir haben gemeinsam verschiedene Outfits und Kombinationen ausgewählt und getestet.  Dabei hätte ich nicht gedacht, dass das Angebot meinen Stil-Vorstellungen überhaupt entspricht, da ich dort normalerweise lediglich Socken und Boxershorts online bestelle und das auch nur wenn ich im Netz einen H&M Gutschein oder Rabatt entdecke.

Wie lief die Anprobe bei H&M denn generell ab? Um richtig anprobieren zu können, habt ihr wahrscheinlich die Mindestzahl an Kleidungsstücken, die man mit in die Umkleide nehmen darf, gesprengt.

Definitiv (lacht)! Frau Ruck hat mir im Geschäft rund 20 Kleidungsstücke ausgewählt, diverse Shirts, die ich selbst nie anprobiert hätte, Sakko, gemusterte Hemden, Hosen in gewagteren Farben und Accessoires. Man muss halt ausprobieren und auch mal Mut zum Kombinieren zeigen, um seine alten Muster der Gewohnheit aufzubrechen. So kann man neue Farben und Schnitte testen und sich letztens Endes auch selbst mit einem tollen Ergebnis überraschen.

Das ist also dein persönliches Fazit, das du aus dem Nachmittag mit der Stilberaterin ziehst?

Auf jeden Fall! Um seinen „eingestaubten“ Stil aufzupeppen, muss man verschiedene Typen von Kleidung an sich testen. Dabei muss man die Klamotten, die man bisher getragen hat, ja nicht gleich wegwerfen. Die kann man auch durch Accessoires, wie z.B. Socken oder Einstecktücher, aufwerten oder mit den neuen Lieblingsstücken kombinieren. Nina Ruck hat mir da wirklich einiges gezeigt. Wer hätte denn daran gedacht, gemusterte Socken zu einem Business-Anzug zu kombinieren, um so beim Hinsetzen noch einen Eyecatcher zu setzen. – Als Mann lernt man wirklich nie aus (zwinkert).

Sind die Socken am Ende im Einkaufswagen gelandet?

Natürlich, und mit ihnen diverse Shirts und Hemden, ein Sakko und zwei Hosen. Die Klamotten haben mir an mir wirklich super gefallen und passen zu dem Stil, wie ich ihn zukünftig häufiger tragen will.

Shoppingergebnis

Dirk, also würdest du die Erfahrung „Personal Shopping“ deinen Freunden und Bekannten weiterempfehlen?

Auf jeden Fall, denn es war ein vollkommen neues und anderes Shoppingerlebnis. Normalerweise geht man ja als Mann mit seiner Frau oder Freundin shoppen und lässt sich von ihr oder einer Verkäuferin bzw. einem Verkäufer beraten. Das Problem dabei ist, dass bei der Liebsten oft subjektives Gefallen, beim Verkäufer natürlich das Ziel, etwas aus dem eigenen Geschäft verkaufen zu wollen, im Vordergrund steht.

Der Personal Shopper muss einem nichts verkaufen, denn er wird ja bereits für seine Leistung, die modische Beratung, bezahlt. Ob am Ende Kleidungsstücke aus der Anprobe in den Warenkorb wandern, ist ja dem Stilberater egal.

Apropos Frau bzw. Freundin: Ich würde den Männern, die sich auch einmal in das Abenteuer „Personal Shopping“ stürzen wollen, empfehlen, ohne ihre Liebste zu gehen bzw. dieser, sollte sie doch mitkommen wollen/müssen/dürfen, einzuschärfen, dass sie sich unbedingt im Hintergrund halten soll. Man will ja als Mann die Beratung erfahren und von den Outfits und Stilen überzeugt werden. Da hilft es nichts, wenn die Stimme aus dem Hintergrund ständig Sätze wie „Ich hab doch gesagt, dass dir das steht.“ oder „Wenn ich dir so etwas vorschlage, würdest du es nie anziehen.“ fallen lässt. – Männer traut euch allein dorthin! Meiner Meinung nach werdet ihr es nicht bereuen!

Vielen Dank an Dirk für das angenehme Gespräch und die Bilder und vielen Dank an markusspiske für das Beitragsbild (©markusspiske/www.pixabay.com)!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.